Ü b e r  H o m ö o p a t h i e
Was ist Homöopathie?


Woher kommt Homöopathie und wer hat es entwickelt?
Die Hom. kommt nicht aus dem fernen Osten, wie manche glauben, es ist ein Deutsches Heilverfahren, mit viel Energie entwickelt von Dr. Samuel Hahnemann, und zwar vor etwa 200 Jahren.

Die Homöopathie ist ein eigenständiges, wissenschaftlich begründetes Heilverfahren. Warum?
Eine Wissenschaft ist ein geordnetes, zusammenhängendes, folgerichtig aufgebautes Gebiet von Erkenntnissen.
Und was heisst Erkenntnis? Erkenntnis ist Einsicht in Erlebtes, Erfahrenes, Beobachtetes, mit dem Ziel, Wahrheit zu finden.


Die Grundregeln
Ähnlichkeitsgesetz
Arzneimittelprüfung
Die Gesamtheit aller Beschwerden
Das Ziel einer homöopathischen Behandlung
Ein-Mittel-Therapie
Mysterium Homöopathie
Welche Krankheiten


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Ähnlichkeitsgesetz
Hahnemann, der die Chinarinde kannte, stiess bei der Übersetzung von Cullens Materia Medica aus dem Englischen auf eine Ungereimtheit, was ihn dazu bewog, die China lieber noch einmal selbst zu prüfen, einfach abschreiben mochte er nicht.
Dabei fiel ihm die Ähnlichkeit der Arzneimittel-Prüfungssymptome mit den typischen Symptomen der Malaria auf; er wusste aber aus seiner Berufspraxis, dass bestimmte Fieber, und zwar Malaria-Fieber, mit Chinarinde geheilt werden konnten, also kam ihm der Gedanke, dass die spezifische Heilung der Malaria-Fieber durch die China durch Ähnlichkeit der Symptome erklärt werden könnte.

Lassen wir ihn selbst sprechen:

"Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage 2x täglich 4 Quentchen(1Qu.=3,64 g.) gute China ein; die Füsse, die Fingerspitzen usw. wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Ängstlichkeit, ein Zittern(aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann Klopfen im Kopfe, Röte der Wangen, Durst, kurz: alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen(=bekannten)Symptome erschienen alle nacheinander, doch ohne eigentliche Fieberschauder. Mit Kurzem: auch die mir bei Wechselfiebern gewöhnlichen, besonders charakteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche im Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint - alle erschienen. Dieser Paroxysm dauerte 2-3 Stunden jedesmahl und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf und ward gesund."
Sein Erlebnis stiess ihn auf ein Heilprinzip, das nicht neu war, so kannte es etwa schon Hippokrates, aber auch der sehr viel jüngere Arzt des 16.Jh., Paracelsus(1493-1534).
Darin liegt bereits die einfache Wahrheit der Homöopathie( =ähnlich Leiden ), das Schwierigere lag und liegt in den Feinheiten der Ähnlichkeit.
Es war nun Hahnemann der dieses Prinzip unter dem Namen Homöopathie zu einer Wissenschaft ausbaute, indem er das Ähnlichkeitsgesetz mit solch schonungsloser Gründlichkeit entwickelte und praktizierte, wie sie seine illustren Vorfahren sicher nicht an den Tag gelegt hatten.

Die China Anekdote zeigt auch, dass es schon Arzneimittellehren mit Prüfungen gegeben hatte, eben z.B. die von ihm übersetzte Materia Medica von Cullen.
Aber der Trend bestand darin, die Symptome im umgekehrten Sinne zu benutzen, nicht homöopathisch sondern antipathisch. Der Schlüssel bestand also in Anti-Ähnlichkeit, Entgegengesetztheit; nicht Ähnlichkeit sondern grösstmögliche Unähnlichkeit. Eine Charakteristic der Antipathy ist es, dass Ärzte sich nicht zu sehr um Details kümmern, weil Gegensätze definitionsgemäss nichts mit Passgenauigkeit anfangen können: Was ist zum Beispiel das "genaue Gegenteil" von einem ganz bestimmten Geruch? Also waren die Arzneimittelprüfungen vor Hahnemann nicht besonders detailiert, es gab einfach keinen Bedarf dafür; erst mit der Homöopathie sind ausführlichste Prüfungen ein Muss.
Hahnemanns Selbstversuch war somit zur ersten homöopathischen Arzneimittelprüfung geworden, und noch viele sollten folgen.

Also nochmal: Die Kraft in der Chinarinde, die fähig ist, Krankheitssymptome zu verursachen und in Hahnemann verursacht hatte, ist auch imstande, die dazu ähnlichen Symptome der Malaria zu heilen.

Damit war der Grundstein zu einem Naturgesetz gelegt, Ähnliches heilt Ähnliches, oder "similia similibus curantur"

Einfache Beispiele aus dem Alltag:
Wer sich(leicht) den Finger verbrannt hat, halte diesen Finger an eine noch gerade erträgliche Stelle nahe der Kochplatte, es tut erst schon weh(ähnlich leiden!), aber es lässt bald nach und wird weiterhin nicht mehr schmerzen und auch keine Blasen geben; in diesem Fall bringen Ähnliche Ursachen ähnliche Symptome hervor, womit die Heilungsbedingung nach dem Ähnlichkeitsgesetz erfüllt ist(und die schnelle Wirkung bestätigt das Gesetz).
Köche wissen das.

Bei einem Schnupfen, der fliessend, wundmachend ist und Tränen, Brennen der Augen mit sich bringt, wäre das passende Mittel Alliun cepa(Zwiebel).

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Arzneimittelprüfung
wie bei Hahnemanns Chinarindenversuch sind alle in der Homöopathie verwendeten Arzneien an gesunden Menschen geprüft worden.
All diese Prüfungen werden gesammelt und ausgewertet. So entstehen die Arzneimittelbilder der Materia Medica.
Hahnemann hat bis zu seinem Tod an die 200 Arzneien geprüft, d.h. er hat seiner Nachwelt nicht nur eine theoretisch fundierte Heilmethode hinterlassen, sondern auch eine reichlich brauchbare.
Wenn ein Arzneimittel imstande ist, Die und Die Symptome zu produzieren, ist es auch imstande, Die und Die Symptome zu heilen, vorausgesetzt, diese Symptomatik bezieht sich auf das gesamte Krankheitsbild eines Patienten.

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Die Gesamtheit aller Beschwerden eines Patienten
Hahnemann hat damals schon erkannt, dass aus medizinischer Sicht die Seele genau so wichtig ist, wie der Körper, anders gesagt, dass sie zusammengehören.
Hier 2 Paragraphen aus Hahnemanns Organon der Heilkunst( Das Buch mit den Regeln zur Praxis der Homöopathie)

§ 211
Dies geht so weit, dass bei homöopathischer Wahl eines Heilmittels, der Gemüthszustand des Kranken oft am meisten den Ausschlag giebt, als Zeichen von bestimmter Eigenheit, welches dem genau beobachtenden Arzte unter allen am wenigsten verborgen bleiben kann.

§ 212
Auf diese Haupt-Ingredienz aller Krankheiten, auf den veränderten Gemüths- und Geisteszustand, hat auch der Schöpfer der Heilpotenzen vorzüglich Rücksicht genommen, indem es keinen kräftigen Arzneistoff auf der Welt giebt, welcher nicht den Gemüths- und Geisteszustand des ihn versuchenden, gesunden Menschen, sehr merkbar veränderte, und zwar jede Arznei auf verschiedene Weise.
Das ist ein weiterer Grund, warum Homöopathen so viel Zeit brauchen für die Erstanamnese; der psychotherapeutische Aspekt.
Aus dieser Gesamtheit der Symptome entsteht das Patienten-Krankheitsbild.
So versucht der Homöopath die nach Ähnlichkeit passendste Arznei zu finden.

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Das Ziel einer homöopathischen Behandlung
...ist eine dauerhafte Heilung oder Besserung.

Hier die ersten 2 Paragraphen des Organon

§ 1
Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt 1.
zu 1) Nicht aber (womit so viele Ärzte bisher Kräfte und Zeit ruhmsüchtig verschwendeten) das Zusammenspinnen leerer Einfälle und Hypothesen über das innere Wesen des Lebensvorgangs und der Krankheitsentstehungen im unsichtbaren Innern zu sogenannten Systemen, oder die unzähligen Erklärungsversuche über die Erscheinungen in Krankheiten und die, ihnen stets verborgen gebliebene, nächste Ursache derselben u.s.w. in unverständliche Worte und einen Schwulst abstracter Redensarten gehüllt, welche gelehrt klingen sollen, um den Unwissenden in Erstaunen zu setzen, während die kranke Welt vergebens nach Hülfe seufzte. Solcher gelehrter Schwärmereien (man nennt es theoretische Arzneikunst und hat sogar eigne Professuren dazu) haben wir nun gerade genug, und es wird hohe Zeit, dass, was sich Arzt nennt, endlich einmal aufhöre, die armen Menschen mit Geschwätze zu täuschen, und dagegen nun anfange, zu handeln, das ist, wirklich zu helfen und zu heilen.

§ 2
Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.

Damit ist vorausgesetzt, dass der Arzt gewissenhaft arbeitet; aber auch die Mitarbeit des Patienten ist unerlässlich.
Mitarbeit des Pat. bedeutet, dass Patienten bereit sind, ihre ungesunden Lebensumstände aufzugeben, sei es Alkohol, Ernährung, zu wenig Bewegung, ungesunder Arbeitsplatz oder sogar eine widrige Familiensituation, wie eigentlich überhaupt alle Lebenslügen.

Das heisst aber immer noch nicht, dass nun mit einmaliger Einnahme alle Beschwerden verschwinden. Je älter die Beschwerden, desto länger die benötigte Zeit für eine dauerhafte Heilung.

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Ein-Mittel-Therapie
In den meisten Fällen wird jedes Mal nur ein Mittel gegeben.
Das heisst nicht, bloss ein Mittel für die gesamte Behandlungsdauer, es sind oft verschiedene Arzneien nötig, aber nacheinander und nicht gleichzeitig, wie bei Komplexmitteln.

Woraus bestehen nun die homöopathischen Arzneien? --
Die Ausgangsstoffe der homöopathischen Arzneien sind Pflanzen, Mineralien oder tierische Produkte.

Wie verhält es sich mit der homöopathischen Verdünnung und Potenzierung? --
Nach seinem ersten Chinarindenversuch kam Hahnemann auf die Idee, die Dosis zu reduzieren, denn die Erstwirkung gleich nach der Einanhme war zu heftig.
So fing er an, die Dosis immer weiter zu halbieren und wo Halbieren nicht mehr ging, fing er an, sie zu verdünnen.
Die so genannten Erstwirkungen traten umso milder auf, je öfter die Arznei verdünnt war.
Bei arzneilicher Einnahme solch kleiner Dosen treten auch Erstwirkungen(Erstverschlimmerungen) auf, aber das sind Verschlimmerungen der Symptome des Patienten; sie dauern nicht lange an und werden vom Pat. gut toleriert.

Potenzierungen sind praktisch so entstanden, dass zum Erreichen einer guten Verdünnung natürlich gut geschüttelt oder ordentlich verrieben werden muss.
Und er entdeckte, dass die Arznei je nach Intensität des Mischens wirksamer und kräftiger wurde.
Folglich werden Potenzierungen durch Schütteln oder Reiben erreicht.
Nach vielen Versuchen kam er für Flüssigkeiten auf 100 Schüttel-Schläge( mit dem Schüttelglas auf ein solide in Leder eingebundenes Buch).

Verschiedene Verdünnungsverhältnisse:

- D (decimalis=zehntel) 1 : 10
- C (centesimalis=hundertstel) 1 : 100
- Q (quinquagintamillesmalis) 1 : 50 000

verschiedene Potenzen :

D 10, C 30, C 200, C 1000, C 10 000, Q 6, Q 30. Die üblichste Verabreichungsform stellen Globuli(Kügelchen) dar, von Mohnsamen- bis Sesamsamen gross.

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Mysterium Homöopathie
In einer Potenz in der Nähe von D 10, sind in üblichen Arzneigaben(Globuli) mangels Masse KEINE MOLEKÜLE der Ursubstanz nachweisbar.
Das ist ein Grund, warum viele Wissenschaftler und Ärzte sich bis heute schwer tun, die Homöopathie zu akzeptieren. Ein Vorwurf, den man häufig hört, ist dass Hahnemann ein fanatischer Spiritualist war und alles nur Illusion ist. Aber wie oben gezeigt, entwickelte sich dieser "Mystizismus" ganz zwanglos aus einem rein wissenschaftlichen Ansatz(reiner Erfahrung), ob nun jemand die entdeckten Phänomene mag oder nicht.
Natürlich geht bei solchen Verdünnungen die Ursubstanz gegen Null, aber Fakt ist auch die nach wie vor spezifische Wirkung, nicht nur bei arzneilicher kurativer Anwendung, sondern auch in Arzneimittelprüfungen! Die Wirkung wird sogar noch (heil-)kräftiger, daher auch die Bezeichnung "Potenz".

Es ist mit heutigen naturwissenschaftlichen Methoden nicht direkt messbar, aber erfahrungmässig und indirekt sind Wirkungen unzählige Male immer wieder nachgewiesen worden, auch von Chemikern und Biologen. Jedoch: nicht Apparate sind die Messinstrumente, sondern lebende Wesen, Menschen, Tiere, Pflanzen.

Das wissen die Homöopathen und ihre Patienten.
Es existieren immer wieder Dinge in der Wirklichkeit, die dem Bücherwissen widersprechen. Brauchen wir immer Formeln oder Mikroskope, um etwas nachzuweisen? Normalerweise würde man die Bücher korrigieren wenn sie nicht mehr stimmen... .

Hauptsache, wir haben es erfahren und wissen, das es funktioniert.

Aber wie funktioniert es? --
Wir wissen es nicht genau und es existieren viele Erklärungsversuche oder Modelle.
Meine Vorstellung ist einfach, dass die Arznei im Patienten einen Anstoss (Reiz) gibt, damit der erkrankte Organismus selbst eigene Heilungskräfte oder Potenzial wecken und in Gang bringen kann.
Natürlich setzt das eine anstossende Potenz voraus, Hahnemann sprach von "geistartiger Kraft", auch hier sicher mit einer Parallele zu Paracelsus, dem Arzt und Alchimisten; bekannt ist auch Hahnemanns Freimaurertum, dem ja auch ein Zug ins Mystische nachgesagt wird; letztlich ist er selber ein Mysterium; wahrscheinlich müssen wir unsere Vorstellung von Materie revidieren und erweitern.

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Welche Krankheiten
lassen sich homöopathisch behandeln?

Im Prinzip alle Krankheiten mit 2 Ausnahmen:
1) Beschwerden oder Krankheitzustände die eine Operation benötigen.
2) Wo die Lebenskraft des Patienten sehr geschwächt ist und eine Wiederbelebung dieser Lebenskraft nicht mehr möglich ist.
© by Song-He Kim • dao@kimsonghe.de